Seit 1893 verbinden die Post- und Versorgungsschiffe auf
verschiedenen "Expresslinien" - den "Hurtigruten" - die Häfen entlang
der Norwegische Küste. Nach wie vor in erster Linie ein Transportmittel,
verdienen die Dampfer inzwischen das Prädikat "Kreuzfahrtschiff", und
zwar in einer angenehmen Größe, und ohne den Schnickschnack drumrum, den
man an Kreuzfahrten ja auch nicht mögen muss. Dafür werden spannende
Exkursionen von den vielen Häfen aus angeboten, die unterwegs angelaufen
werden; man kann zwischendurch mal eine Strecke auslassen und ein paar
Stunden später im nächsten Hafen wieder an Bord gehen. Mit so einem
weiß-rot-schwarzen Dampfer, der "MS Nordlys", fuhren wir von Bergen nach
Kirkenes und zurück. Wir haben besonders freundliche und interessante
Mitreisende an Bord kennengelernt und waren von der Landschaft
begeistert - die mit 14,5 Knoten allerdings recht schnell vorbeizieht:

- fürs Zeichnen von Bord eine Herausforderung, ebenso wie die oft nur
eine halbe bis eine Stunde dauernden Hafenzeiten und das Wetter: das ist
zwar viel besser als sein Ruf, passt nur manchmal nicht genau.
Am Trollfjorden musst erst ein ordentlicher Regenguss abgewartet werden, danach war die Landschaft umso beeindruckender.
Das Tagesprogramm musste für Farbproben herhalten
Die
Ankerwinde auf dem Vordeck - wird nur bei ganz viel Seitenwind zum
Anlegen gebraucht: Die Hurtigruten-Kapitäne verstehen ihre Kunst
meisterlich.
In der Signierstunde waren der Kapitän, die Hotelmanagerin und der
Chef-Maschineningenieur so nett, statt eines Hurtigruten-Buches mein
Skizzenbuch zu signieren:
Und so lässt man auf Deck 7 wind- und wettergeschützt den Landschaftsfilm an sich vorbeiziehen ...
... oder schaut an Deck den Hafenmanövern zu. Der digitale Assistent ist allerdings immer dabei.
Und immer wieder schöne Landschaft in strahlender Sonne ...
... und große Fischtrawler mit knallbunten Fendern, Bojen und Leinen.
In
Bergen, am letzten Tag, goss es allerdings in Strömen - der Reiseleiter
meinte, wir hätten Anspruch darauf: Bergen sei eine der Städte mit der
größten Niederschlagsmenge weltweit. Trotzdem sehr, sehr schön, mit den
bunten Holzhäusern der alten "Bryggen", wo die Kaufleute der Hanse ihre
Kontore hatten.