Mittwoch, 25. April 2018

Gate G 11

Vormittags auf dem Flughafen MUC - und kaum jemand da; verwaiste Schalter, leere Gänge, nur weiter hinten ein paar wartende Fluggäste:


Auf dem Karopapier-Notizblock mit Kugelschreiber skizziert, im Büro später mit Textmarker (weia...) und Filzstiften das Kranichgelb und blau ergänzt, abends zu Hause mit Pastellkreiden wieder etwas gedämpft - ich wollte mal was ausprobieren.

Sonntag, 4. März 2018

Skizzenbuchgeschichte(n) in der Pinakothek der Moderne

Die graphische Sammlung der Pinakothek der Moderne hat (endlich!) das Skizzenbuch entdeckt und mit großer Akribie ihre beeindruckenden Bestände gesichtet, digital aufbereitet und dem geneigten Publikum in der Ausstellung "Skizzenbuchgeschichte(n)" zugänglich gemacht.


 
Natürlich kann man nicht einfach in den Exponaten herumblättern, aber wundervolle Seiten sind zu sehen, und einzelne Skizzenbücher wurden auch "zerlegt", so das von Franz Marc, das 1914 im Krieg entstanden ist.


Die dunkle Atmosphäre in den Ausstellungsräumen ist zum Schutz der Zeichnungen und Farben nötig, unterstreicht aber nebenbei auch den höchstpersönlichen, "privaten" Charakter, den die Skizzenbücher ja eigentlich immer hatten. 

 
Das monatliche Treffen der Urban Sketchers Munich am 04. März war in das Programm aufgenommen worden, und so waren die Besucher eingeladen, es auch einmal zu versuchen.
 
 
Ich habe mich an der schwierigen, hochaufragenden Architektur versucht.


Viel weiß, in leichten Schattierungen; die einzigen Farben brachten die Exponate des Museumsshops, und gelegentlich die Besucher (wenn sie nicht in erdnahe Winterfarben gehüllt waren).  


Da alle Klappstühle anderweit im Einsatz waren, ging es nur im Stehen ... .
 


... und hier noch mal zwei scans (statt eines Fotos, wie oben); leider entsprechen auch diese Reproduktionsarten nur näherungsweise dem Original - die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte:



























... und so sahen die auf dem Boden des Cafes in der Pinakothek der Moderne ausgebreiteten Skizzenbücher der Mitzeichnerinnen und Mitzeichner aus:




























Samstag, 3. März 2018

Museum Starnberger See

Mit Zeichenfreunden aus Gauting waren wir im "Museum Starnberger See".
Ein himmelblaues Himmelbett in hölzernem Heim - zu sehen in der "unteren Kammer" des Lochmann-Hauses, dem ältesten noch am ursprünglichen Ort stehenden Bauernhaus am Starnberger See. Es wurde ("spätestens", so wird stolz berichtet) im Jahre 1520 von Münchner Patriziern als Sommerhaus errichtet und ist heute ein Teil des sehenswerten kleinen Museums in Starnberg.



Während die Sommergäste oben logierten, lebten die Pächter im Untergeschoss und betrieben Landwirtschaft und Fischerei - und konnten sich an und in dem schönen himmelblauen Himmelbett erfreuen (das allerdings erst später, zu Museumszeiten ab 1914, dazu kam, aber auch aus einem Starnberger Bauernhaus stammt).



Auf dem Rückweg fiel mir noch dieser kleine pausbäckige Putto auf, der einen fetten Fisch unter dem Arm trug und wohl einmal eine Heckzier eines königlichen Vergnügungsgefährts auf dem Starnberger See war.

Mittwoch, 10. Januar 2018

Im Stadtmuseum München

Zum ersten Zeichentreff 2018 war wieder mal das Stadtmuseum München dran - immer wieder lohnend!





Heinrich der Löwe aus Braunschweig, der Welfe und Stadtgründer Münchens, schaut heldenknorrig drein.

Ein kleiner Junge kommentierte meine Zeichnung sachkundig: "Du hast ihn geschrumpft!" - und in der Tat hat das Original einen (ehrlich gesagt: merkwürdig) langen Hals in seinem Kettenhemd. Auch der Löwi auf seinem Kopf ist mir etwas kurz geraten ... .








 
Das Gipsrelief von Ludwig v. Schwanthaler "Der Kampf um Leben und Tod" hing ursprünglich über dem Portal des Haupteingangs der alten Anatomischen Anstalt. Von beiden Seiten ringen Greifen mit dem Kranken - die man sich denken muss, die Zeit war zu knapp ...  (und die Augen wegen der nicht gerade zeichenfreundlichen Lichtverhältnisse müde).

Samstag, 23. Dezember 2017

Toledo, die Stadt der drei Kulturen

Es war eine brilliante Idee der Kollegen aus Madrid, zu einer Tagung nicht in die spanische Hauptstadt, sondern nach Toledo einzuladen - so konnte ich im "Begleitprogramm" diese ungemein schöne, in ihrem jahrhundertealten Stadtbild noch nahezu vollkommen geschlossene "Stadt der drei Kulturen" kennenlernen; sie bewahrt hinter ihren dicken Stadtmauern die Zeugnisse jüdischer, islamischer und christlicher Einflüsse und Prägungen fürsorglich auf.
Das alles in (leider nur) kurzer Zeit wenigstens wahrzunehmen war anspruchsvoll genug; deshalb bin ich zum Zeichnen erst gekommen, als ich mich auf einen Kaffee vor der Bar "Farolito" auf der Piazza Barrio Nuevo hingesetzt hatte. 


In der Kirche El Cristo de la luz, die heute ein Museum ist, früher aber erst eine Moschee war, bevor sie im Zuge der "Reconquista" (ca. 12. Jahrhundert) mit einem Anbau versehen und christliche Kirche wurde, fand ich dieses Fresco von einer Heiligen (?), die offenbar mit ihrem smartphone nicht zufrieden ist:




Mittwoch, 23. August 2017

An Norwegens Küsten

Seit 1893 verbinden die Post- und Versorgungsschiffe auf verschiedenen "Expresslinien" - den "Hurtigruten" - die Häfen entlang der Norwegische Küste. Nach wie vor in erster Linie ein Transportmittel, verdienen die Dampfer inzwischen das Prädikat "Kreuzfahrtschiff", und zwar in einer angenehmen Größe, und ohne den Schnickschnack drumrum, den man an Kreuzfahrten ja auch nicht mögen muss. Dafür werden spannende Exkursionen von den vielen Häfen aus angeboten, die unterwegs angelaufen werden; man kann zwischendurch mal eine Strecke auslassen und ein paar Stunden später im nächsten Hafen wieder an Bord gehen. Mit so einem weiß-rot-schwarzen Dampfer, der "MS Nordlys", fuhren wir von Bergen nach Kirkenes und zurück. Wir haben besonders freundliche und interessante Mitreisende an Bord kennengelernt und waren von der Landschaft begeistert - die mit 14,5 Knoten allerdings recht schnell vorbeizieht:

- fürs Zeichnen von Bord eine Herausforderung, ebenso wie die oft nur eine halbe bis eine Stunde dauernden Hafenzeiten und das Wetter: das ist zwar viel besser als sein Ruf, passt nur manchmal nicht genau.


 





Am Trollfjorden musst erst ein ordentlicher Regenguss abgewartet werden, danach war die Landschaft umso beeindruckender.

















Das Tagesprogramm musste für Farbproben herhalten


Die Ankerwinde auf dem Vordeck - wird nur bei ganz viel Seitenwind zum Anlegen gebraucht:  Die Hurtigruten-Kapitäne verstehen ihre Kunst meisterlich.




 In der Signierstunde waren der Kapitän, die Hotelmanagerin und der Chef-Maschineningenieur so nett, statt eines Hurtigruten-Buches mein Skizzenbuch zu signieren:
 


Und so lässt man auf Deck 7 wind- und wettergeschützt den Landschaftsfilm an sich vorbeiziehen ... 


 




 ... oder schaut an Deck den Hafenmanövern zu. Der digitale Assistent ist allerdings immer dabei.  







Und immer wieder schöne Landschaft in strahlender Sonne ...

 










  ... und große Fischtrawler mit knallbunten Fendern, Bojen und Leinen.



 
  






In Bergen, am letzten Tag, goss es allerdings in Strömen - der Reiseleiter meinte, wir hätten Anspruch darauf: Bergen sei eine der Städte mit der größten Niederschlagsmenge weltweit. Trotzdem sehr, sehr schön, mit den bunten Holzhäusern der alten "Bryggen", wo die Kaufleute der Hanse ihre Kontore hatten.



Montag, 26. Juni 2017

Autos in der Stadtlandschaft

Dave Robb brachte uns am 10. und 11.06. Autos in der Stadtlandschaft näher - sie gehören einfach dazu und sind doch so schwer richtig zu treffen.

Geduldig und motivierend erklärte er uns den Unterschied zwischen Auto und Kiste ("a car is not a box"): es geht um gebogene Bleche, Gesichter, Spiegelungen, Farben und kleine Details in den Scheinwerfern. Und um den richtigen Durchblick.

Man muss nur hingucken -
           
                           

 -  und schnell sein, denn manchmal fahren sie einfach weg!


Da müht man sich
um Dach und Scheiben, hat aber ganz übersehen,
dass der Radausschnitt ja schon angelegt war - 
 - zu kurz gesprungen!

Im zweiten Anlauf klappte es dann mit den Proportionen etwas besser, aber das Blatt war rechts zu Ende. Und das eingeschlagene Vorderrad machte es nicht einfacher. 
Na ja, weiter üben! ... .




 ... und so sah es aus, bei der Arbeit: